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Einfachheit und die vier Werte der Soziokratie als Basis für das Miteinander im Sonnweiler Zukunftsprojekt

Die von uns gewählten Werte, mit denen wir das Zusammenleben in unserer Gemeinschaft gestalten möchten, wurden von dem dänischen Familientherapeuten Jesper Juul formuliert. Wir haben uns hierbei an seinem Buch "Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen", (1. Auflage von 2012, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, München) orientiert. Dort kann man diese wertvollen Informationen in ihrer Ganzheit nachlesen.

Gleichwürdigkeit = das gelungene Zusammenspiel von Menschen auf gleicher Ebene

Gleichwürdigkeit bedeutet die Begegnung auf Augenhöhe, also den anderen als gleichwertiges Wesen anzunehmen und entsprechend zu handeln.

Die gleichwürdige Beziehung zweier Menschen beruht also darauf, den anderen zu sehen und als individuelle Persönlichkeit wahrzunehmen, seine Würde und Integrität zu respektieren sowie seine Wünsche und Bedürfnisse bei Entscheidungen zu berücksichtigen.

Das Prinzip der Gleichwürdigkeit unterstützt uns, dem Menschen gegenüber in seiner Art wohlwollend zu begegnen und ihn in seinem Lebensmodell ernst zu nehmen. Auf diese Weise tragen die Begabungen und Ideen jedes Einzelnen zum Gelingen des Projektes bei. Dies gilt sowohl für Kinder und Erwachsene.

Authentizität = echt und wahrhaftig sein

Authentizität beschreibt die Fähigkeit, die Person zu sein, die man wirklich ist, um auch andere in ihrer Einmaligkeit wahrnehmen zu können. Ein authentisches Ja oder Nein, fern von zum Beispiel durch die Erziehung vorgegebenen Rollen, ermöglichen ein Miteinander, in dem jeder sein eigenes Sein entwickeln kann. Dadurch kann der Einzelne für das Wohl der Gemeinschaft wirken, ohne sich selbst zu verlieren.

Integrität = die eigene Persönlichkeit wahren

Jeder Mensch ist ein Individuum mit ganz eigenen Bedürfnissen. Seine eigenen Bedürfnisse anzuerkennen und auch auszudrücken ist somit der Einstieg, um anderen Menschen gleichwürdig zu begegnen und sich mit deren Bedürfnissen auseinanderzusetzen.

Integrität beschreibt also den Raum, den ein Mensch braucht, um sich zu entwickeln, zu entfalten, sich wohl zu fühlen und ein glückliches Leben zu führen. Hierbei übernimmt jeder Einzelne Verantwortung für die Wahrung der eigenen Grenzen und zeigt Respekt für den Raum, den ein anderer Mensch für seine freie Entfaltung braucht.

Verantwortung = beginnt bei jedem selbst

Verantwortung bedeutet zuerst einmal, dass jeder erwachsene Mensch für das, was er denkt, redet und tut verantwortlich ist. Auf der Basis seines freien Willens trifft er Entscheidungen und ist für die Tragweite seiner Entscheidungen verantwortlich.

Diese persönliche Verantwortung für unser Handeln, unsere Werte und somit für unser eigenes Leben bildet die Grundlage für soziale Verantwortung, die ein gebendes Miteinander in einer Gemeinschaft ermöglicht.

Im Zusammenleben in unserer Gemeinschaft möchten wir diese Verantwortlichkeiten als Basis für eine gute Beziehungsqualität leben und auch die Kinder unserer Gemeinschaft Schritt für Schritt an diese Verantwortlichkeit heranführen.

 

Prinzip der Einfachheit

„Einfachheit bezeichnet das Prinzip, mit nur wenigen Faktoren zum Entstehen oder Bestehen eines Zustandes beizutragen. Dabei wird das Zusammenspiel dieser Faktoren nur durch wenige Regeln beschrieben. Damit ist Einfachheit das Gegenteil von Kompliziertheit.“ (frei nach Wikipedia)

Auf unser Projekt übertragen bedeutet Einfachheit, dass wir eine flache Organisationsstruktur und kurze Entscheidungswege anstreben, um jederzeit handlungsfähig zu sein und Kompetenzen zu bündeln. Dies erreichen wir dadurch, dass sämtliche notwendigen Entscheidungen im Gründerkreis getroffen werden. Nur wenn das Wachstum des Projektes dies erfordert, werden weitere Organisationskreise gegründet.

Die Arbeit des Gründerkreises wird effektiv gestaltet, indem Arbeitskreise aus den entsprechend qualifizierten Mitgliedern des Gründerkreises gebildet werden. Diese Arbeitskreise arbeiten selbstständig an bestimmten Teilaspekten des Projektes (z.B. Ausbau, Marketing, Vermietung, Finanzen, etc.). Ergänzt werden diese Arbeitskreise durch externe Experten. Die Arbeitskreise berichten regelmäßig über den Fortgang der Arbeit auf den Meetings des Gründerkreises.